Es gibt keine universelle, vollautomatische Lösung für jede Haushaltssteckdose in Europa – nicht einmal innerhalb eines Landes. Entscheidend sind die örtlichen Regeln, die Hausinstallation sowie Stecker und Steckdose. Eine Elektrofachkraft hilft bei der Auswahl; Preset Max Current macht diese Grenze zur Vorgabe für alle Nutzer.
Europa im Überblick
Länderhinweise 2–9 aus IEC 62752:2024 §8.3.1 (S. 37–38) am 20. Oktober 2026 geprüft; weitere örtliche Quellen am 19. Oktober 2026 geprüft. Die IEC-Einträge betreffen Mode-2-Ladeleitungen mit integrierter Steuer- und Schutzeinrichtung (IC-CPD) und den jeweils genannten Steckern. Anforderungen und Empfehlungen werden unterschieden. Die Hinweise ersetzen weder örtliche Installationsregeln noch die Prüfung durch eine Elektrofachkraft und geben nicht jede Steckdose für den genannten Strom frei.
| Land | Anforderung oder Empfehlung | Grundlage / Quelle |
|---|---|---|
| Frankreich | 8 A gemäß Dekret 2021-546 für die davon erfassten privaten, nicht öffentlichen Wohngebäude-Installationen bis 3,7 kW. Spezielle EV-Stecker und -Steckdosen nach NF C61-314 dürfen ihren deklarierten Nennwert nutzen (IEC-Hinweis 2). | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 2 · p. 37 ↗Légifrance · art. 3 ↗ |
| Dänemark | Höchstens 6 A bei wiederholter, lang andauernder Dauerbelastung mit Haushaltsstecker (Hinweis 6). Die dänischen Steckeranforderungen nach DS 60884-2-D1 gelten weiterhin (Hinweis 7). Örtliche Hinweise verlangen bei mehr als 2 Stunden Laden eine für anhaltend hohe Last geeignete Steckdose. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 6–7 · p. 37 ↗Sikkerhedsstyrelsen ↗ |
| Finnland | Höchstens 8 A an einer normalen Schuko-Steckdose empfohlen; vorher den Zustand prüfen. | Empfehlung der SicherheitsbehördeTukes ↗ |
| Norwegen | Dauerladestrom ≤10 A mit einem Haushaltsstecker nach der gültigen Ausgabe von NEK 502 (Hinweis 9). DSB verlangt zusätzlich bestimmte Schutzmaßnahmen für bestehende Mode-2-Anlagen; seit Januar 2023 keine neue gewöhnliche Steckdose für EV-Geräte mit mehr als 5 A Nennstrom nach NEK 400:2022. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 9 · p. 38 ↗DSB · NEK 400 ↗ |
| Schweden | Normale Steckdosen werden für regelmäßiges, langes EV-Laden nicht empfohlen. Einen eigenen Ladepunkt installieren lassen. | Empfehlung der SicherheitsbehördeElsäkerhetsverket ↗ |
| Deutschland | Dauerladestrom ≤10 A, wenn der IC-CPD einen Haushaltsstecker nach DIN VDE 0620-2-1:2021 besitzt (Hinweis 5). ADAC empfiehlt gewöhnliches Schuko-Laden nur als Notlösung. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 5 · p. 37 ↗ADAC ↗ |
| Italien | Für Mode-2-Verbindungen über 10 A empfiehlt IEC-Hinweis 8 Zubehör nach IEC 60309-2 (Industriestecker und -steckdosen). | IEC-LänderempfehlungIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 8 · p. 38 ↗ |
| Österreich | Höchstens 10 A Dauerlast für einen IC-CPD mit einem 16-A-Haushaltsstecker nach OVE E 8684-1 (Hinweis 4). ÖAMTC empfiehlt für regelmäßiges Laden eine Wallbox. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 4 · p. 37 ↗ÖAMTC ↗ |
| Niederlande | ANWB beschreibt übliches Mode-2-Laden mit 10 A und fordert einen eigenen, passend abgesicherten Stromkreis. Keine pauschale 16-A-Freigabe. | Hinweise des AutomobilclubsANWB ↗ |
| Schweiz | Höchstens 8 A für Mode-2-Kabel mit Schweizer Typ-13-Stecker empfohlen; nicht für regelmäßigen Dauerbetrieb vorgesehen. | BranchenempfehlungElectrosuisse · p. 9 ↗ |
| Vereinigtes Königreich | Höchstens 13 A. Der Stecker muss BS 1363-1 entsprechen, für EV-Laden geeignet und mit BS 1363-1/EV gekennzeichnet sein. Hinweis 3 verlangt im Vereinigten Königreich und in Irland kein Steuergerät zur Überwachung der Steckertemperatur. Britische Installationshinweise verlangen zudem einen eigenen Stromkreis für EV-Steckdosen. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 3 · p. 37 ↗Electrical Safety First ↗ |
| Irland | Höchstens 13 A. Der Stecker muss BS 1363-1 entsprechen, für EV-Laden geeignet und mit BS 1363-1/EV gekennzeichnet sein. Hinweis 3 verlangt in Irland und im Vereinigten Königreich kein Steuergerät zur Überwachung der Steckertemperatur. Örtliche Installationsanforderungen gelten weiterhin. | IEC-LänderhinweisIEC 62752:2024 · §8.3.1 · Note 3 · p. 37 ↗ |
Nicht alle europäischen Länder sind aufgeführt. Ein fehlender Eintrag bedeutet nicht, dass 16 A zulässig sind. Stecker- und Schutzleitersysteme unterscheiden sich: Schuko passt nicht überall, und Reiseadapter sind keine Ladelösung.
1. Die Grenze gemeinsam festlegen
Das hier beschriebene Schuko-Ladegerät ist für 16 A ausgelegt und wird mit einem Höchstwert von 16 A ausgeliefert. Lassen Sie vor dem ersten Laden örtliche Regeln und Empfehlungen, Hausleitungen, Stromkreisschutz sowie Bemessung und Zustand von Stecker und Steckdose durch eine Elektrofachkraft prüfen. Stellen Sie die niedrigste geltende Grenze ein, etwa 10 A, wenn dies bestätigt wurde.
Eine verstärkte EV-Steckdose kann mehr erlauben. Eine geeignete Legrand-Green’up-Installation kann beispielsweise 16 A unterstützen, jedoch nur mit kompatiblem Ladegerät und Kabel sowie passendem Stromkreis und Schutz. Name oder 16-A-Aufdruck allein genügen nicht.
2. Einmal für alle Nutzer einstellen
Speichern Sie den Wert unter Preset Max Current. Bei gespeicherten 10 A lädt jeder Nutzer standardmäßig mit höchstens 10 A – ohne Erinnerung und ohne die Grenze für jede Sitzung neu auswählen zu müssen. Genau dafür ist Preset Max Current gedacht: Die passende Grenze wird Teil des Ladealltags.
Ein Ladevorgang kann weniger Strom nutzen, seine Stromwahl hebt die gespeicherte Grenze aber nicht an. Sie gilt, bis jemand die Einstellung ändert; dabei sollte stets der Rat der Elektrofachkraft beachtet werden. Zusammen mit einer intakten Steckdose und den erforderlichen Schutzmaßnahmen hilft sie, innerhalb der geprüften Installationskapazität zu bleiben.
3. Am Ladegerät
10 A dient hier nur als Beispiel. Verwenden Sie den von Ihrer Elektrofachkraft für Ihren Standort und Ihre Installation bestätigten Grenzwert.
Bei Ladegeräten ohne WLAN lässt sich die Grenze nur am Ladegerät einstellen. Bei Ladegeräten mit WLAN wählen Sie entweder diese Methode oder SmartApp in Abschnitt 4. Sie müssen die Grenze nur einmal festlegen, nicht an beiden Stellen.
Halten Sie vor dem Laden A und C gleichzeitig 3 Sekunden lang gedrückt, um Settings zu öffnen. Wählen Sie unter Preset Max Current die abgestimmte Grenze, speichern Sie sie und prüfen Sie den gespeicherten Wert.
4. In SmartApp (nur Modelle mit WLAN)
10 A dient hier nur als Beispiel. Verwenden Sie den von Ihrer Elektrofachkraft für Ihren Standort und Ihre Installation bestätigten Grenzwert.
Alternativ zur Einstellung am Ladegerät öffnen Sie Ihr Ladegerät in SmartApp und dann Settings → Preset Max Current. Wählen Sie die von Ihrer Elektrofachkraft bestätigte Grenze, bestätigen Sie sie und prüfen Sie die Übernahme durch das Ladegerät. Dies ist dessen Höchstwert, nicht nur der Strom für die nächste Sitzung.
5. Neuer Ort? Kurz neu prüfen
Prüfen Sie bei einem Länder- oder Steckdosenwechsel die Anforderungen erneut und passen Sie die Grenze vor dem Laden an. Erhöhen Sie sie nur bei einer vollständig geprüften, kompatiblen Installation auf 16 A und senken Sie sie vor der Rückkehr zu einer normalen Steckdose wieder. Prüfen Sie den Wert auch nach einem Reset.
Bei lockerer oder beschädigter Steckdose, ungewöhnlicher Wärme oder Brandgeruch nicht weiterladen und eine Elektrofachkraft hinzuziehen. Weniger Strom macht eine fehlerhafte Verbindung nicht sicher.
Hilfe bei der Auswahl
Die verlinkten Länderquellen erläutern den Geltungsbereich. Prüfen Sie bei verstärkten Steckdosen auch die Anleitung des konkreten Produkts und des kompatiblen Ladekabels.
